Alarmübung bei OWA ;
Amorbach. Dienstagabend,ca. 19:00 Uhr
dicker Qualm quillt durch die Halle 2 des Odenwald Faserplattenwerk (OWA) in Amorbach. Ein Mitarbeiter des Werkschutzes entdeckt den Qualm und wählt den Notruf. Die Polizeinotrufzentrale in Würzburg nimmt die Brandmeldung entgegen.
Das dank Nebelmaschine und bengalischem Feuer realistische Szenario ist Teil einer vom Landratsamt und Kreisbrandinspektion initiierten Alarmübung. Einer Übung also, die im Vorfeld nur wenigen bekannt ist. Die Einsatzkräfte selbst erfahren erst während des Einsatzes am "Brandherd", dass es sich um eine Übung handelt.
Die Ausgangslage der Übung: Bei Abbrucharbeiten mit Brenn - und Schneidearbeiten an der Rohplattenlinie in der Halle 2 der Firma OWA ist ein Schwelbrand ausgebrochen. Einige Mitarbeiter der Demontagefirma, die versuchten den Entstehungsbrand noch zu löschen, wurden in der verrauchten Halle orientierungslos und sind vermisst. Einer von ihnen wird beim Teileinsturz eines Gerüsts eingeklemmt.
Um 19.09 Uhr erfolgt die Alarmierung der Werksfeuerwehr, gleichzeitig wird ein Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuzes auf den Weg geschickt. Sechs Minuten später ist die Werksfeuerwehr an der Halle 2.
Es folgen die Alarmierungen der Freiwilligen Feuerwehren in Amorbach, Kirchzell, Schneeberg und Weilbach sowie der Vollalarm für die Schnelleinsatzgruppe Süd (SEG-Süd) des Roten Kreuzes. In den nächsten Minuten bahnen sich 12 Einsatzautos der Feuerwehren und sieben des Roten Kreuzes mit Blaulicht und Martinshorn ihren Weg zum OWA-Gelände.
60 Feuerwehrleute und 21 Sanitäter des Roten Kreuzes sind schließlich im Einsatz.
Während die Löscharbeiten beginnen, tasten sich 24 Atemschutzträger in Teams auf mehreren Ebenen durch die verrauchte Halle. Von weitem sind die schmerzverzerrten Schreie der Verletzten zu hören. Es herrscht eine große Hitze in der Halle, was den Atemschutzträgern ihre Arbeit nicht gerade erleichtert. Inzwischen ist auch die Drehleiter der Amorbacher Wehr im Einsatz.
Die Rotkreuzler bereiten parallel den nächstgelegenen Sanitätsraum der Firma vor. Nach und nach werden die Verletzten von den Feuerwehrleuten mit Tragtüchern aus dem "brennenden" Gebäude gerettet und an die Sanitäter übergeben.
Die realistisch geschminkten Verletzungen reichen von schweren Hautabschürfungen, über eine Armfraktur bis zum Rippenbruch. Alle Verletzten zeigen Symptome von Rauchgasvergiftungen. Die Rotkreuzler versorgen die Wunden und bereiten die Verletzten auf den Abtransport vor.
Kreisbrandinspektor Hauke Muders und Martin Selonke, Sachbearbeiter Katastrophenschutz im Landratsamt Miltenberg, zeigen sich zufrieden mit dem Ablauf der Übung vor Ort. Die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren und dem Roten Kreuz habe gut funktioniert lobt Muders. Gleichzeitig dankt er der Firma OWA für das zur Verfügung stellen des Geländes. Lobende Worte finden auch OWA-Werksleiter Horst Lorenz und Alois Klemm, Fachkraft für Arbeitssicherheit und stellvertretender Brandschutzbeauftragter der Firma. "Wir wollen zwar nicht, dass die Feuerwehr zum Einsatz kommt", bekennt Lorenz, es sei aber gut, dass es sie gebe.
(Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Sven Wostl)
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