Kommandantendienstversammlung am 01.03.2009
Elsenfeld-Eichelsbach. In Feuerwehrkreisen wurde es bereits seit einigen Tagen gemunkelt und am Sonntag schließlich offiziell: Auf der Kommandantendienstversammlung mit folgender Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes in Eichelsbach gab Kreisbrandrat Karlheinz Brunner bekannt, dass er zum nächsten Frühjahr das Amt des obersten Feuerwehrmannes im Kreis Miltenberg abgeben wird.
Persönliche Gründe hätten den Kreisbrandrat dazu bewogen, nach 20 Jahren das Amt bereits vor den turnusmäßigen Wahlen niederzulegen. Landrat Roland Schwing zeigte Verständnis für Brunners Ankündigung, "obwohl ich dies sehr bedaure".
Auf eine Wortmeldung aus der Versammlung hin versicherte Schwing, bisher keine Diskussionen oder Gespräche in Sachen Nachfolge geführt zu haben. Erst nachdem Brunner seinen Rücktritt auf der Dienstversammlung offiziell bekannt gegeben hat, will sich Schwing mit möglichen Bewerbern auseinandersetzen.
Der Landrat ist sich sicher, dass man bis zur nächsten Kommandantenversammlung im März 2010 in Miltenberg einen geeigneten Nachfolger finden wird, dem auch die Kommandanten zustimmen.
In seinem Rechenschaftsbericht führte Kreisbrandrat Brunner einige statistische Zahlen auf. So seien im vergangenen Jahr 2338-mal Feuerwehren im Landkreis alarmiert worden. Von den 1745 Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehren waren 177 Brandeinsätze und 1288 technische Hilfeleistungen. Insgesamt leisteten dabei 14 524 Feuerwehrleute über 28 000 Einsatzstunden. Brunner erinnerte an den Großbrand im Bürgstädter Industriegebiet und die Unwettereinsätze im Juni, bei denen zahlreiche Gemeinden betroffen waren.
Neben dem umfangreichen Ausbildungsangebot auf Kreisebene und an den Feuerwehrschulen verwies Brunner darauf, dass im Landkreis Miltenberg seit inzwischen 25 Jahren Atemschutzgeräteträger ausgebildet werden. Am 26. September 1983 sei im Feuerwehrhaus Miltenberg der erste Lehrgang gestartet. Seither wurden rund 500 Feuerwehrleute für den Einsatz unter Atemschutz ausgebildet. Der Kreisbrandrat dankte den ausbildenden Feuerwehren Miltenberg und Wörth sowie der ICO-Werkfeuerwehr.
Der Vorsitzende des Bezirksfeuerwehrverbandes, Kreisbrandrat Heinz Geisler, zeichnete den Bezirkstagspräsidenten und Wörther Bürgermeister Erwin Dotzel sowie Kreisjugendwart Wolfgang Schmitt mit dem bayrischen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber aus. Der Großwallstädter Ehrenkommandanten Leo Schnabel erhielt die Feuerwehr-Ehrenmedaille des Freistaats.
Landrat Schwing stellte den neuen Leiter des Referates Öffentliche Sicherheit und Ordnung Bernd Hofmann vor, der die Nachfolge von Reinhold Koch antritt. Hofmann selbst ging auf die überörtlichen Hilfeleistungskontingente ein, die derzeit aufgestellt werden. Die Vorplanungen hierzu seien weitgehend abgeschlossen. In der nächsten Zeit sollen Gespräche mit den betroffenen Wehren geführt werden.
"Viele Diskussionen hat es zur Funkversorgung im nördlichen Landkreis gegeben", griff Landrat Schwing ein Thema auf, das ihn nahezu seiner gesamten Amtszeit begleitet. Ein Relais auf dem Pfaffenberg zeige derzeit durchweg positive Ergebnisse.
Als künftiger Leiter der Integrierten Leitstelle Untermain stellte sich Marc Weigandt vor. Auch beim Kriseninterventionsteam des Landkreises gab es einen Wechsel: Hier hat Stefan Adrian die Teamleitung von Andreas Haak übernommen.
Paul Schmedding aus Eichenbühl bemängelte die Gema-Forderungen zu den Feuerwehrveranstaltungen. Die Erlöse aus den Festen der Wehren käme immer wieder dem gemeindlichen Brandschutz zu Gute, "und dann fordert auch noch die Gema einen nicht unerheblichen Anteil". Kreisbrandrat Brunner betonte, dass die Mitglieder des Landesfeuerwehrverbandes hier Sonderkonditionen bekämen: "Wir müssen prüfen, inwieweit sich die Gema auf weitere Sondervereinbarungen einlässt."
Ralf Hettler
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